Alltagsbilder

Alltag

Auf dieser Seite sollen Phänomene und Experimente vorgestellt werden, die aus dem Alltag stammend als Bereicherung des Physik- Unterrichts dienen können. Manche sprechen für sich und erfordern keine Beschreibung, andere sind so ausführlich beschrieben, daß für den Einsatz im Unterricht möglichst keine Angaben fehlen. Für Hinweise oder Ergänzungen, Tips für Variationen sind wir dankbar.

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Bilder

Brockengespenst mit Glorie auf dem Mount Roraima

(zur Verfügung gestellt von Dr. Hans Meyer, aufgen. am 29.7.2008 kurz nach Sonnenaufgang am 2800 m hohen Mount Roraima in Venezuela)
Brockengespenst Im Bild sieht man um den Schatten des Beobachters auf einer Dunstwand (das sogenannte Brockengespenst) herum eine Glorienerscheinung (ein System farbiger Ringe, hier: 3), die ähnlich entsteht wie ein Regenbogen, wegen der Feinheit der Tröpfchen aber auch Beugungserscheinungen aufweist. Ein Artikel zur Deutung von Werner B. Schneider als PDF-Dokument(14 MB)

Dick oder dünn???

dicke Glasplatte Die beiden Bilder wurden im Herbst 1999 im Berliner Zoo aufgenommen. Die Glasplatte befindet sich zum Schutz der Besucher am Bärengehege.
Erklärung: Die Glasplatte ist praktisch genauso dick wie der Rahmen. Durch die Brechung des Lichts erscheinen Gegenstände direkt hinter der Platte aber näher herangerückt (Tiefenschwund). Das gleiche Phänomen sorgt z.B. im Aquarium dafür, daß ein Fisch näher an der Vorderseite zu schwimmen scheint als in Wirklichkeit. Der Effekt kann von Schülern leicht im Alltag (nicht nur im Zoo) beobachtet werden, z.B. am Bank- oder Postschalter mit Panzerglasscheibe.

Fenster-"Kreuze"

Reflexion an Fenster Reflexion an Fenster Die beiden Bilder zeigen zwei Häuser an einem Sommermorgen, die sich an einer Straße in Braunschweig direkt gegenüberstehen. Die kreuzförmige Reflexion am Haus auf der Ostseite (links) stammt von einer Fensterscheibe (Mehrfachverglasung) des Hauses auf der Westseite (rechts).
Erklärung: Die Sonnenstrahlen werden nicht an einer ebenen Fläche reflektiert, wie man meinen könnte, sondern an (mindestens) zwei gegensinnig gewölbten Flächen in einem rechteckigen Rahmen, nämlich der Innen- und Außenscheibe der Isolierverglasung. Die Stärke der Wölbung hängt von der Differenz zwischen dem Innendruck der Isolierverglasung und dem äußeren Luftdruck ab. Das Phänomen kann in den letzten Jahren (am besten in den Morgen- und Abendstunden) immer häufiger beobachtet werden - ganz einfach weil immer mehr Häuser Isolierverglasungen besitzen.

Kaputte Sonnentaler?

SOFI Wann wurde dieses Foto geschossen?
Lösung: Die üblicherweise kreisrunden "Sonnentaler", die immer dann auf dem Boden entstehen, wenn das Sonnenlicht durch das Blätterwerk von Bäumen fällt (Lochkamera-Effekt) weisen jeweils gleich liegende kreisförmige dunkle Segmente auf, die in diesem Bildausschnitt noch besser erkennbar sind:
SOFI Während der Aufnahme kann also auch das Urbild (Sonne) keine Kreisfläche am Himmel gebildet haben, sondern eine Art Sichel wie die Bilder. So kommt nur der Tag der Sonnenfinsternis am 11.8.1999 infrage. Das Foto wurde tatsächlich am 11.8.1999 gegen 13.00 Uhr in Berlin am Savigny- Platz aufgenommen, also während der Zeit der partiellen Verfinsterung.

Ein Flummi will hoch hinaus

Superflummi Mechanik: "Überrraschung im Doppelpack" oder: "Ein Flummi will hoch hinaus !" Fallen zwei unterschiedlich große Silikonkautschuk-Bälle ("Superbälle","Flummis") übereinander liegend vertikal zu Boden, so verharrt der "größere" Gummiball nach dem Auftreffen unerwartet wie (unelastisches) Knetgummi am Boden.
Erklärung: Stoßen zwei Körper mit gleicher Masse und unterschiedlichen Geschwindigkeiten elastisch und zentral aufeinander, so "tauschen" sie beim Stoß ihre Geschwindigkeiten aus. Stoßen zwei Körper mit betragsgleicher Geschwindigkeit und unterschiedlichen Massen elastisch und zentral aufeinander, hängen ihre Geschwindigkeiten nach dem Stoß nur vom Massenverhältnis ab.
Ein Sonderfall tritt ein, wenn das Massenverhältnis der Stoßpartner 1 : 3 beträgt. Aus der Energie- und Impulserhaltung folgt: Der "große" Ball hat nach dem Stoß die Geschwindigkeit Null, während sich der "kleine" Ball nach dem Stoß mit doppelter Geschwindigkeit entfernt. Wegen der Verdopplung der Geschwindigkeit erreicht der "kleine" Ball nach dem Stoß (theoretisch) die vierfache (!) Anfangshöhe.
Ein Tip zur Durchführung: Man lege den kleinen Ball in die Hand, den großen darauf und halte ihn mit Fingern und Daumen fest. Dann dreht man die Hand um, so dass beide Bälle möglichst genau senkrecht übereinander liegen und spreizt die Hand. Beide Bälle fallen (nach einiger Übung) dann als "Doppelpack" mit vertikaler Achse gemeinsam nach unten. Bei z.B. beidhändiger Versuchsdurchführung geraten sie leicht in Schieflage, so dass der kleine Ball unkontrolliert durch die Klasse springt - Verletzungsgefahr !

Parallelverschiebung am Himmel

Kondensstreifen Kondensstreifen Umwelt-Wetter: Parallelverschiebung durch Wind Die beiden Bilder zeigen denselben Kondensstreifen, am Braunschweiger Abendhimmel (in Richtung Nordost) am 25. Mai 2001 im Anstand von ca. 30 Sekunden aufgenommen. Eine sehr gleichmäßige Westwindströmung sorgte für eine beinahe mathematisch perfekte Parallelverschiebung - ohne Fransen und Kurven.


Was ist denn da?


Rot dreht um?

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Zuletzt abgespeichert: Donnerstag, 4. Dezember 2008, 21:07 Uhr
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